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letzter vom: 05.02.08

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Bauanleitung eines Holzterrariums
(Michael Frank)




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Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise von www.kowoma.de/gecko/ zur Verfügung gestellt. Das Copyright für den Beitrag und den Bildern liegt bei Anja Köhne .

 

Terrarium

Dimensionen
Das geplante Terrarium soll für Taggeckos geeignet sein. Taggeckos leben überwiegend auf Bäumen und halten sich praktisch nie auf dem Boden auf. Daher legen sie eher Wert auf einen hohen Lebensraum als auf eine grosse Quadratmeterzahl, und wir wählten als Maße 50 – 60 cm Breite, etwa 40 cm Tiefe und 80 cm Höhe. Die genauen Maße ergaben sich nach der Wahl des Unterschranks. Hier hat sich übrigens ein Badezimmerunerschrank von IKEA aus verschiedenen Gründen angeboten, auch wenn das für ein Wohnzimmer zunächst ein eigenartiges Möbelstück sein mag: was so als Terrarien- oder Aquarienunterschränke verkauft wird ist meist weder schön noch preisgünstig. Und die Aussparung auf der Oberseite des Schränkchens - eigentlich für den Waschbeckenabfluss gedacht - hat sich hervorragend geeignet, um unsere Wasserzufuhr aus dem Vorratsbehälter im Unterschrank durch den Boden des Terrariums ins Innere zu leiten.

Materialien

Die Seiten, Deckel, Rückwand und Türen sind aus 4 mm Floatglas vom Glaser. Alle zugänglichen Kanten wurden aus optischen und verletzungtechnischen Gründen geschliffen bestellt. Da für die Regulierung der Luftfeuchte ein Mininebler sorgt, der sich außerhalb des Terrariums befindet, muss der erzeugte Nebel ins Terrarium geleitet werden. Wir beschlossen, diese Zuleitung in den Boden zu integrieren und den Wasservorrat sowie den Nebler im Unterschrank unterzubringen. Die Bodenplatte hätte aus 4 mm starkem Polystyrol-Kunststoff (Hobbyglas aus dem Baumarkt) gefertigt werden sollen. Leider lässt sich Polystyrol (nachgewiesenermaßen) nicht mit Silikon kleben. Daher wird die Bodenplatte ebenfalls aus Glas gefertigt und das Loch für die Zuleitung des Nebels bereits vom Glaser an der richtigen Stelle geschnitten.

Die Kanten des Terrariums wurden unten und an den Seiten mit 10 x 10 mm Aluminium L-Leisten verkleidet. Das sieht hübsch aus und verdeckt eventuelle unschöne Klebenähte.

Die Frischluftzufuhr im Terrarium ist sehr wichtig, um Staunässe und damit verbundenes Schimmeln und Fäulnis zu vermeiden. Im Terrarium werden dafür vorne unter den Türschienen und hinten oben im Deckel Lüftungsgitter eingebaut, die einen langsamen Durchzug von Frischluft erlauben. Je nach Grösse der Geckos und den damit verbundenen Futtertieren sollte man darauf achten, dass die Löcher des Gitters nicht zu gross sind.

Sowohl das Gitter als auch passende Schienen für die Schiebetüren haben wir bei Terraristik-Versendern aus dem Internet bestellt.

Innenausbau

Die Rückwand wurde mit einer dünnen Schicht Fliesenkleber modelliert. Dabei wurden 4 "Taschen" aus Styropor angeklebt und ebenfalls mit Fliesenkleber verkleidet. Diese sollen die Bepflanzung der Rückwand ermöglichen. Aus optischen Gründen haben wir noch 4 halbierte Bambusstäbe mit eingebaut. Um die unatraktive Farbe des Fliesenklebers zu verdecken wurde die Rückwand dann mit einer zweiten Schicht Fliesenkleber gestrichen, den wie mit verschiedenen Grün- und Brauntönen Dispersionsfarbe abgetönt hatten.

Den Boden des Terrariums haben wir ca. 8 cm dick mit Blähton (für Hydrokulturen) ausgelegt, in der Hoffnung das er Feuchtigkeit speichert und zu einer hohen Luftfeuchtigkeit beiträgt. Die Inneneinrichtung wird darüber hinaus von Bambusstäben verschiedener Länge und Dicke bestimmt.

Klimaregelung

Die meisten Taggeckos brauchen neben der geeigneten Terrariumseinrichtung ein spezielles Klima welches den Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums nachempfunden wird. Dazu gehören Temperatur, Luftfeuchte und Beleuchtung (die heimischen Räuber benötigen sie glücklicherweise nicht).

Die einfachste Möglichkeit dies zu realisieren sind sicherlich einige Lampen, Zeitschaltuhren, eine Blumensprühflasche und zur Kontrolle ein im Terrarium installierter Thermometer und Hygrometer. Um aber das ganze möglichst wenig gegen Vergesslichkeit anfällig zu machen und ideale Bedingungen für die Geckos bieten zu können, wollen wir das Klima automatisch regeln.
Ideal für derartige Regelungen ist zum Beispiel eine C-Control Einheiten von Conrad Electronic. Diese in einem BASIC-Dialekt programmierbare Steuereinheit verfügt über mehrere Ein- und Ausgänge. Auch sind die verschiedensten Arten von Sensoren (die benötigten Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit aber auch welche für Geschwindigkeit usw. verfügbar. Für unsere Zwecke haben wir die C-Control Station gewählt, die zwar über kein Display aber über zwei integrierte Relais zum Schalten von 220 V verfügt. Weiterhin werden bereits zwei Temperatursensoren mitgeliefert. Installiert in unserem Badezimmer-Unterschrank sieht das dann so aus:

Informationen zu den einzelnen Komponenten erhält man, wenn man mit dem Mauspfeil darüber fährt.
Die Regelung für das Klima des Terrarium besteht aus einer Regelung für die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Hier gibt es über das in der C-Control geschriebene Programm die Möglichkeit, sowohl Nachts andere Sollwerte zu haben als Tagsüber, darüber hinaus aber auch jeden Tag leicht unterschiedliche Luftfeuchte und Temperaturwerte auszuwählen. Das "Wetter" im Terrarium sollte möglichst abwechslungsreich sein, da ein eintöniges Klima dem Immunsystem der Geckos schaden kann.

Tagesklima:
Die mittlere Temperatur an normalen Tagen (das sind 80 % aller Tage) wird täglich zufällig festgelegt in einem Rahmen von 27 °C ± 1.5 °C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 65 ± 9 %.

Nacht-Bedingungen: konstant 70 % Luftfeuchtigkeit, 22 °C.

Schlechtwettertage: (10 % aller Tage, zufällig) Temperatur 5 °C niedriger. Schlechtwettertage treten nie Samstags und Sonntags auf ...

Trockene Tage: (10 % aller Tage, zufällig) Luftfeuchtigkeit liegt 10 % tiefer, Temperatur 2 °C höher.
Da die Temperatur ausschliesslich über die Halogenstrahler geregelt wird, brennt die Leuchtstoffröhre tagsüber immer.

Feuchteregelung

Ursprünglich wurde die Luftfeuchte über einen kleinen Ultraschall-Nebler reguliert, der mit einem Wasservorrat im Unterschrank eingebaut war. Der erzeugte Nebel wurde mit einem kleinen Ventilator über einen Feuerwehrschlauch ins Terrarium geblasen. Der Nebler lief etwa alle 5 Minuten, um die gewünschte Feuchte zu erzielen. Das Prinzip erschien uns daher nur bedingt geeignet und wurde umgebaut:

Der Nebler wurde durch eine Pumpe ersetzt, die im Unterschrank mit Verbindung zum Wasserbehälter installiert wurde. Im Terrarium hielten zwei Düsen Einzug. Diese sprühen in 10 Sekunden etwa 30 ml Wasser ins Terrarium. Den Pflanzen gefällt's, dem Gecko nicht so sehr, wenn ihn eine volle Breitseite erwischt. Andererseits gibt es so immer genügend Wassertropfen auf den Blättern, die ihm als Flüssigkeitsversorgung dienen.

Die Regelung erfolgt mittels eines Feuchtigkeitssensors, der mittlerweile auf dem Deckel des Terrariums über dem Lüftungsgitter angebracht ist (der grössere schwarze Kasten im nebenstehenden Bild, hier noch im Terrarium montiert). Um das Terrarium und die Pflanzen nicht zu sehr unter Wasser zu setzen, wird bei Unterschreiten der Luftfeuchtigkeit nur in bestimmten Intervallen genebelt:
In der Regenzeit morgens 15 Sekunden sowie stündlich (von April bis Juli)
In der Trockenzeit morgens 15 Sekunden und dann alle drei Stunden (Dezember und Januar)
in der "normalen" Zeit morgens 15 Sekunden sowie alle zwei Stunden.
Zusätzlich wird der Sollwert täglich zufällig leicht variiert in einer Spanne von 60 bis 80 %.

In der Regenzeit soll am Abend die Luftfeuchte stark ansteigen. Dies wird dadurch erreicht, dass zum Tagesende für 15 Sekunden unabhängig von der aktuell herrschenden Luftfeuchte gesprüht wird. Ausserdem steigt die relative Feuchte im Terrarium durch das Absenken der Temperatur über Nacht an.

Temperaturregelung

Die Temperatur wurde ursprünglich über zwei im Terrarium installierte Halogen-Niedervoltstrahler mit 35 und 50 Watt erreicht. Da wir Angst hatten, der Gecko könne versehentlich auf die heissen Strahler springen, bauten wir sie aber wieder aus. Stattdessen installierten wir ein 50 Watt Heizkabel. Dieses haben wir in hohlen Bambusstangen versteckt und konnten es so quer durch das Terraium ziehen, ohne dass man es sieht. Und der Gecko hat einen beheizten Sitzplatz...

Die Heizkabel können mit Hilfe einer Dimmereinheit zum C-Control geregelt werden. Dazu misst ein Sensor im Terrarium die Temperatur (das schwarze Stäbchen in der Bildmitte). In Abhängigkeit von der gemessenen Temperatur wird die Heizleistung des Kabels dann langsam erhöht oder zurückgeregelt.

Zusätzlich gibt allerdings die HQI Lampe so viel Wärme ab, dass zusätzliches Heizen fast nicht nötig ist.

Beleuchtung

Da Geckos sich - zumindest ab und zu - gerne im warmen Licht sonnen, zusätzlich aber auch UV-Licht benötigen, muss für eine entsprechende Beleuchtung des Terrariums gesorgt werden. Aus Büchern und von Web-Seiten erfährt man über die verschiedensten Varianten zur Befriedigung dieser Bedürfnisse (beispielsweise HQI und HQL-Lampen).

Ursprünglich hatten wir uns für eine Leuchtstoffröhre mit hohem UV Anteil entschieden. Diese war aber kaum stark genug, um mehr als die obere Hälfte des Terrariums zu beleuchten, was insbesondere die Pflanzen am Boden störte. Zusätzlich waren im Terrarium zwei Halogen-Niedervoltstrahler mit 35 und 50 Watt installiert. Die sollten hauptsächlich zum Heizen dienen, trugen aber auch einen beachtlichen Anteil zur Helligkeit bei. Dabei hatten wir aber immer Angst, dass der Gecko mal versehentlich auf die heissen Strahler springt und entschlossen uns schliesslich, alles umzubauen.

Die Strahler wurden also ausgebaut, ebenso die Leuchtstoffröhre. Stattdessen installierten wir eine 150 Watt HQI Lampe über dem Terrariendeckel. Es handelt sich dabei um die Marke Sylvana Metalarc HSI-TD 15OW/D UVS mit einer Farbtemperatur von 5200 Kelvin. Diese erleuchtet auch den entlegensten Winkel taghell.



 

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